© Tenna Dahl & Meike Pagels 2016 - 2021
Kundalini-Yoga
Kiel

Stress

„Was ist Stress? Was passiert in mir, wenn ich mich gestresst fühle? Wie merke ich, dass ich gestresst bin?“ Das Wort Stress ist in unserem Sprachgebrauch größtenteils negativ besetzt, meist wird es für einen Zustand der Überforderung verwendet. Stress ist jedoch eine natürliche körperliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen. Sie dient dazu, in angenommenen oder realen Gefahrensituationen kurzfristig die Leistungsbereitschaft zu erhöhen. Bei Stress kommt es zu Symptomen wie Herzklopfen, Schweißausbrüchen und zittrigen Händen. Entwicklungsbiologisch hat das den Sinn, in Gefahrensituationen kurzfristig mehr Energie zur Verfügung zu stellen, um in einer solchen Belastungssituation angemessen reagieren zu können. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung der Situation vorbereitet. Das Gehirn als Steuerzentrale sorgt in Sekundenbruchteilen dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden. Der Körper wird mit Botenstoffen wie z.B. Adrenalin durchflutet. Die Atemfrequenz erhöht sich, der Puls schnellt in die Höhe, die Muskulatur wird bes-ser durchblutet. Der Organismus ist bereit zu reagieren. Nach Abwendung der Gefahrensituation folgt eine Phase der Entspannung, in der sich die Körperfunktionen wieder normalisieren. Der abgelaufene Mechanismus bleibt ohne langfristige Folgen für den Körper: Vereinzelte Stresssituationen sind nicht gesundheitsschädlich! Die früheren Auslöser von Stress sind heute weitestgehend entfallen. Wir müssen i.d.R. nicht um unser Leben rennen oder kämpfen. Wenn wir heute Stress empfinden, hat dieser meist Ursachen in Arbeitsbelastung oder Beziehungsproblemen. Die Symptome aber sind dieselben geblieben wie vor tausenden von Jahren in der Steppe. Während einzelne Stresssituationen also unschädlich sind, hat Dauerstress hingegen negative Auswirkungen auf nahezu alle Organsysteme. Dauerhafter Stress ist eine Empfindung, die sich in zum Teil heftigen Gefühlen und Körperreaktionen niederschlägt: Herzklopfen, schnellere und flachere Atmung, angespannte Nacken-, Schulter- und Rückenmuskulatur, Schweißausbrüche, trockener Mund, flaues Gefühl in der Magengegend, zittrige Hände und Knie, diffuses und durchdringendes Gefühl inneren Unruhe und Nervosität. Auch bohrende negative Gedanken und gedankliche Endlosschleifen gehören dazu. Wenn Stress im Übermaß auftritt und der Organismus keine ausreichende Möglichkeit zur Entspannung hat, wird er daher zum Gesundheitsrisiko. Das Immunsystem wird langfristig geschwächt, der Magen-Darm-Trakt reagiert typischerweise mit Verdauungsproblemen. Chronisch erhöhter Blutdruck als Folge der Dauerbelastung gilt zudem als Risikofaktor für Herzinfarkte. Ein dauerhaft erhöhter Stresshormonspiegel wirkt sich auch auf den Stoffwechsel aus: Stress führt zu erhöhten Blutzucker- und Cholesterinwerten. Muskelverspannungen können lang-fristig Kopf- und Rückenschmerzen verursachen. Dauerbelastung kann auch in Erschöpfungszuständen, Depressionen, Suchterkrankungen oder Burn-out münden. Obwohl die körperlichen Vorgänge in Stresssituationen bei allen Menschen gleich ablaufen, wird Stress von jedem Menschen anders empfunden. Was als Stress erlebt wird, hängt stark davon ab, wie jeder Einzelne eine herausfordernde Situation und deren Bewältigungschance wahrnimmt. Der richtige Umgang mit Stress und der Stressreduktion ist demnach wesentlich, um Stresserkrankungen zu vermeiden. Neutral betrachtet ist Stress lebensnotwendig und eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Normalerweise wechseln fast alle unsere Körperfunktionen ständig zwischen Anspannung und Entspannung. Bei jedem Herzschlag, bei jedem Atemzug und auch bei der Reizweiterleitung an den Nerven findet dieser Wechsel statt. Un-ser vegetatives Nervensystem besteht aus dem Sympathikus (Anspannung) und dem Parasympathikus (Entspannung). Die hohe Zahl an stressbedingten Krankheiten deutet darauf hin, dass dieses natürliche Spannungsverhältnis gegenwärtig aus den Fugen geraten ist.. Da viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich ausreichend auf natürliche Weise zu entspannen, müssen sie es erst wieder mit Hilfe verschiedener Entspannungsverfahren lernen. Yoga unterstützt dich dabei, zu entspannen. Als wichtigsten Aspekt empfinde ich die Atmung, die mir hilft, bei mir anzukommen und zu spüren, wie es mir geht. Wenn ich in der Yoga Stunden durch eine gute Anleitung in eine entspannte, tiefe Bauchatmung komme, kann ich wahrnehmen, wie es mir geht und wo ich möglicherweise angespannt bin. Dann kann ich durch einfache körperliche Übungen diese Spannungen wieder loslassen. Wenn es gelingt, über die Atmung und Bewegungen, wie z.B. „Sufi-Kreise“, „Schulter-Rollen“ oder „Kamelritt“ die Spannungen im Rücken-Nacken Bereich zu lösen, lösen sich auch leichter emotionale Spannungen. Als erstes Indiz dafür, dass sich Spannungen lösen, ist das Gähnen zu erwähnen. Während der Yoga Stunden wird ein häufiger Wechsel von Anspannung - durch die Übungen - und Entspannung - in der Zeit zwischen den Übungen - erreicht. Dieser Wechsel von Spannung und Entspannung sowie die im Anschluss and die Kriya folgende lange tiefe Entspannung wirken auf vielfältige Art. Aus physiologischer Sicht erholst du dich in den Entspannungszeiten von der muskulären Anstrengung der vorausgehenden Übung. Du kannst durch kontinuierliches Üben des Ent- spannens eine konditionierte Entspannungsreaktion hervorrufen. Diese Reaktion kann dann durch einen konditionierten Reiz (wie z.B. deine Körperhaltung, das Einstimmen mit ONG NAMO, die Sufikreise zu einer bestimmten Musik) hervorgerufen werden. Bestenfalls kannst du diese Entspannungsreaktion in jeder Lebenssituation abrufen und dich somit selbst regulieren. Folgende Prozesse setzen während der Entspannung ein: Deine Skelettmuskulatur entspannt sich, dein Herzschlag und deine Atmung werden ruhiger, dein Blutdruck sinkt und deine Gehirnaktivität verändert sich so, dass du dich ruhig und wohlig fühlst. All diese Prozesse kannst du selbst während der Yoga Stunde und vor allem in der langen tiefen Entspannung wahrnehmen.
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„Was ist Stress? Was passiert in mir, wenn ich mich gestresst fühle? Wie merke ich, dass ich gestresst bin?“ Das Wort Stress ist in unserem Sprachgebrauch größtenteils negativ besetzt, meist wird es für einen Zustand der Überforderung verwendet. Stress ist jedoch eine natürliche körperliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen. Sie dient dazu, in angenommenen oder realen Gefahrensituationen kurzfristig die Leistungsbereitschaft zu erhöhen. Bei Stress kommt es zu Symptomen wie Herzklopfen, Schweißausbrüchen und zittrigen Händen. Entwicklungsbiologisch hat das den Sinn, in Gefahrensituationen kurzfristig mehr Energie zur Verfügung zu stellen, um in einer solchen Belastungssituation angemessen reagieren zu können. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung der Situation vorbereitet. Das Gehirn als Steuerzentrale sorgt in Sekundenbruchteilen dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden. Der Körper wird mit Botenstoffen wie z.B. Adrenalin durchflutet. Die Atemfrequenz erhöht sich, der Puls schnellt in die Höhe, die Muskulatur wird bes-ser durchblutet. Der Organismus ist bereit zu reagieren. Nach Abwendung der Gefahrensituation folgt eine Phase der Entspannung, in der sich die Körperfunktionen wieder normalisieren. Der abgelaufene Mechanismus bleibt ohne langfristige Folgen für den Körper: Vereinzelte Stresssituationen sind nicht gesundheitsschädlich! Die früheren Auslöser von Stress sind heute weitestgehend entfallen. Wir müssen i.d.R. nicht um unser Leben rennen oder kämpfen. Wenn wir heute Stress empfinden, hat dieser meist Ursachen in Arbeitsbelastung oder Beziehungsproblemen. Die Symptome aber sind dieselben geblieben wie vor tausenden von Jahren in der Steppe. Während einzelne Stresssituationen also unschädlich sind, hat Dauerstress hingegen negative Auswirkungen auf nahezu alle Organsysteme. Dauerhafter Stress ist eine Empfindung, die sich in zum Teil heftigen Gefühlen und Körperreaktionen niederschlägt: Herzklopfen, schnellere und flachere Atmung, angespannte Nacken-, Schulter- und Rückenmuskulatur, Schweißausbrüche, trockener Mund, flaues Gefühl in der Magengegend, zittrige Hände und Knie, diffuses und durchdringendes Gefühl inneren Unruhe und Nervosität. Auch bohrende negative Gedanken und gedankliche Endlosschleifen gehören dazu. Wenn Stress im Übermaß auftritt und der Organismus keine ausreichende Möglichkeit zur Entspannung hat, wird er daher zum Gesundheitsrisiko. Das Immunsystem wird langfristig geschwächt, der Magen-Darm-Trakt reagiert typischerweise mit Verdauungsproblemen. Chronisch erhöhter Blutdruck als Folge der Dauerbelastung gilt zudem als Risikofaktor für Herzinfarkte. Ein dauerhaft erhöhter Stresshormonspiegel wirkt sich auch auf den Stoffwechsel aus: Stress führt zu erhöhten Blutzucker- und Cholesterinwerten. Muskelverspannungen können lang-fristig Kopf- und Rückenschmerzen verursachen. Dauerbelastung kann auch in Erschöpfungszuständen, Depressionen, Suchterkrankungen oder Burn-out münden. Obwohl die körperlichen Vorgänge in Stresssituationen bei allen Menschen gleich ablaufen, wird Stress von jedem Menschen anders empfunden. Was als Stress erlebt wird, hängt stark davon ab, wie jeder Einzelne eine herausfordernde Situation und deren Bewältigungschance wahrnimmt. Der richtige Umgang mit Stress und der Stressreduktion ist demnach wesentlich, um Stresserkrankungen zu vermeiden. Neutral betrachtet ist Stress lebensnotwendig und eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Normalerweise wechseln fast alle unsere Körperfunktionen ständig zwischen Anspannung und Entspannung. Bei jedem Herzschlag, bei jedem Atemzug und auch bei der Reizweiterleitung an den Nerven findet dieser Wechsel statt. Un-ser vegetatives Nervensystem besteht aus dem Sympathikus (Anspannung) und dem Parasympathikus (Entspannung). Die hohe Zahl an stressbedingten Krankheiten deutet darauf hin, dass dieses natürliche Spannungsverhältnis gegenwärtig aus den Fugen geraten ist.. Da viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich ausreichend auf natürliche Weise zu entspannen, müssen sie es erst wieder mit Hilfe verschiedener Entspannungsverfahren lernen. Yoga unterstützt dich dabei, zu entspannen. Als wichtigsten Aspekt empfinde ich die Atmung, die mir hilft, bei mir anzukommen und zu spüren, wie es mir geht. Wenn ich in der Yoga Stunden durch eine gute Anleitung in eine entspannte, tiefe Bauchatmung komme, kann ich wahrnehmen, wie es mir geht und wo ich möglicherweise angespannt bin. Dann kann ich durch einfache körperliche Übungen diese Spannungen wieder loslassen. Wenn es gelingt, über die Atmung und Bewegungen, wie z.B. „Sufi-Kreise“, „Schulter-Rollen“ oder „Kamelritt“ die Spannungen im Rücken-Nacken Bereich zu lösen, lösen sich auch leichter emotionale Spannungen. Als erstes Indiz dafür, dass sich Spannungen lösen, ist das Gähnen zu erwähnen. Während der Yoga Stunden wird ein häufiger Wechsel von Anspannung - durch die Übungen - und Entspannung - in der Zeit zwischen den Übungen - erreicht. Dieser Wechsel von Spannung und Entspannung sowie die im Anschluss and die Kriya folgende lange tiefe Entspannung wirken auf vielfältige Art. Aus physiologischer Sicht erholst du dich in den Entspannungszeiten von der muskulären Anstrengung der vorausgehenden Übung. Du kannst durch kontinuierliches Üben des Ent- spannens eine konditionierte Entspannungsreaktion hervorrufen. Diese Reaktion kann dann durch einen konditionierten Reiz (wie z.B. deine Körperhaltung, das Einstimmen mit ONG NAMO, die Sufikreise zu einer bestimmten Musik) hervorgerufen werden. Bestenfalls kannst du diese Entspannungsreaktion in jeder Lebenssituation abrufen und dich somit selbst regulieren. Folgende Prozesse setzen während der Entspannung ein: Deine Skelettmuskulatur entspannt sich, dein Herzschlag und deine Atmung werden ruhiger, dein Blutdruck sinkt und deine Gehirnaktivität verändert sich so, dass du dich ruhig und wohlig fühlst. All diese Prozesse kannst du selbst während der Yoga Stunde und vor allem in der langen tiefen Entspannung wahrnehmen.